Wolfgang*: „Mit HIV kann ich leben. Mit dem ewigen Verstecken nicht.“

Wolfgang muss sich verstecken, um die Menschen, die ihm nahestehen, zu schützen. Wenn auf einmal alle wüssten, dass er HIV-positiv ist, wäre das für sie eine Katastrophe, befürchtet er. Seine Angehörigen leben in kleinen Dörfern, die noch sehr konservativ geprägt sind. Schon Homosexualität gilt dort als anrüchig – was würde erst passieren, wenn die Nachbarn von seiner HIV-Infektion erfahren?

Wolfgang weiß, wie sich Ausgrenzung und Diskriminierung anfühlen – Erfahrungen, die er seinen Angehörigen gern ersparen möchte. Er hat Angst, dass sich seine jüngeren Geschwister in der Schule nicht gegen Anfeindungen wehren können, dass seine Schwiegermutter aus dem Ehrenamt ausgeschlossen wird oder dass die Eltern seines Freundes plötzlich gemieden werden.

Das Versteckspiel ärgert ihn, denn eigentlich möchte er ein Zeichen setzen gegen Vorurteile und Diskriminierung, und im Freundeskreis geht er längst offen mit seiner Infektion um. An unserer Kampagne für ein positives Zusammenleben nimmt er deshalb gerne teil und teilt seine Erfahrungen – auch wenn er sein Gesicht nicht zeigen kann.

*Name geändert