HIV-positiv und sich engagieren?

Freiwilliges Engagement ist für die HIV-Prävention lebenswichtig

Wer sich engagieren will, hat viele Möglichkeiten: Infotage, Projektwochen oder Filmabende zum Thema in Schulen oder Jugendgruppen organisieren, AIDS-Hilfen oder Präventionsprojekte unterstützen, Aktionen auf Facebook oder in anderen Netzwerken starten.

Freiwilliges Engagement ist für die HIV-Prävention lebenswichtig – auch und gerade für die AIDS-Hilfen und andere Projekte dieses Bereichs. Fast alle diese Organisationen sind eingetragene Vereine, die ehrenamtlich tätige Vorstände brauchen. Ehrenamtliche – ob HIV-negativ, HIV-positiv oder ungetestet – übernehmen aber auch viele andere Aufgaben: Sie führen Aufklärungsveranstaltungen durch, verteilen Kondome bei Partys und in Bars, begleiten HIV-Infizierte im Alltag, arbeiten als Telefonberater oder machen Öffentlichkeitsarbeit.
Den Umfang des Engagements kann jede und jeder an die eigenen Möglichkeiten anpassen – die Spanne reicht vom einmaligen Einsatz bis hin zu einer längerfristigen Mitarbeit beispielsweise in einer Präventionsgruppe oder als Begleiterin oder Begleiter von Menschen mit HIV. Damit die Lust am Engagement nicht irgendwann zum Frust wird, sollten ein paar Dinge beachtet und auch eingefordert werden:

Ehrenamtliche sollten gut auf ihre Aufgaben vorbereitet werden
Dazu gehört die Beschäftigung mit der Motivation und der eigenen Rolle, mit den Zielen der HIV-Prävention, mit Fakten zum Thema HIV/Aids und mit der eigenen Haltung zu Themen wie (Homo-)Sexualität oder Drogengebrauch. Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet dazu deutschlandweit Einführungsseminare und Schulungen an.

Ehrenamtliche sind keine "Lückenbüßer" oder "Handlanger"
Auch unbezahlte Arbeit für eine Aidshilfe, ein Präventionsprojekt oder eine andere Organisation dient dazu, die Ziele der Trägereinrichtung zu erreichen – und nicht dazu, eigene Vorstellungen zu verwirklichen. Wer sich engagieren will, sollte sich aber auch nicht zu Aufgaben drängen lassen, die er gar nicht übernehmen möchte.

Ehrenamtliche haben Anspruch auf sinnvolle Tätigkeiten
Wichtig ist, dass man eine überschaubare und leistbare Aufgabe übernimmt, aus der man Sinn schöpfen kann. Dazu gehören auch Weiterentwicklungsmöglichkeiten, z.B. durch Fortbildungs- und Spezialisierungsangebote. Kontinuierliche Begleitung und gute Anbindung an die Organisation sind dabei unverzichtbar.

Ehrenamtliche sind Kollegen mit Rechten und Pflichten
Ehrenamtliche sollten an Entscheidungen beteiligt und als Kolleginnen und Kollegen akzeptiert werden. Zum Engagement gehören aber auch Pflichten, z.B. zur Loyalität und Verschwiegenheit, aber auch zur Einhaltung von Qualitätsstandards.

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