HIV-positiv und überleben?

HIV-Positive erleben immer wieder soziale Ausgrenzung, Armut und gesundheitlichen Einschränkungen

Mittlerweile gibt es mehr als 20 Medikamente gegen die Vermehrung von HIV. Die Infektion gilt als behandelbare, wenn auch nicht heilbare chronische Krankheit. Wer rechtzeitig mit der täglichen Einnahme solcher Medikamente beginnt und die Behandlung konsequent fortsetzt, hat Chancen auf eine annähernd normale Lebenserwartung.

Ein positives Test-Ergebnis ist ein tiefer Einschnitt für die Betroffenen. Viele brauchen Zeit, um mit der neuen Situation zurechtzukommen. Und wer mit einer Therapie beginnt, muss sich darauf einstellen, sein gesamtes Leben ein- bis zweimal täglich Medikamente einzunehmen, die schwere Nebenwirkungen zur Folge haben können.

HIV und Aids können zu gesellschaftlicher Isolation führen
Die Diagnose HIV-positiv oder an Aids erkrankt ist ein Schicksalsschlag. Wenn Betroffene dann durch dieses Gesundheits-Handicap nicht mehr die Erwartungen des sozialen und beruflichen Umfelds erfüllen können, bekommen sie die Härte unserer Leistungsgesellschaft zu spüren: Sie befürchten oder erleben den Verlust des Arbeitsplatzes, Armut und gesellschaftliche Isolation. Neben den sozialen Sicherungssystemen müssen dann z.B. die Deutsche AIDS-Stiftung oder die Aidshilfen Leistungen der existenziellen Grundversorgung übernehmen.
Wohl kaum eine Krankheit ist so eng mit Tabuthemen verknüpft wie eine HIV-Infektion und Aids. Die Folge ist, dass Betroffenen häufig sowohl das Aufgehobensein im privaten Umfeld – in der Familie und bei Freunden – wie auch im beruflichen Bereich fehlt. Das bedeutet eine besonders hohe psychische Belastung. Dabei kann HIV jeden treffen, auch wenn nicht jeder gleich stark gefährdet ist. Ein soziales Klima der Offenheit und Zuwendung kann dazu beitragen, dass HIV-positive Menschen ein selbstbewusstes und selbstbestimmtes Leben führen können.

Vor allem Frauen leiden an Schuldgefühlen
Frauen geraten in Deutschland öfter in Not als Männer. Einer der Gründe: Sie tragen meistens die Verantwortung für Kinder. Frauen sind häufiger auf Sozialhilfe angewiesen und beziehen seltener Rentenleistungen. Unterstützung bieten dann z.B. die Aidshilfen und die Deutsche AIDS-Stiftung. Bei der Deutschen AIDS-Stiftung ist die Zahl der Antragstellerinnen im Vergleich zum Frauenanteil an der Zahl aller HIV-Positiven in Deutschland überproportional hoch. HIV-positive Frauen leiden besonders häufig neben den medizinischen Nebenwirkungen unter Schuldgefühlen, mangelndem Selbstwertgefühl, Depressionen, Isolation und Diskriminierung.

Mein positives Leben

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