HIV-positiv und Familie?

Ein offener Umgang mit dem Thema HIV/Aids führt oft zu Verständnis und Unterstützung

Wenn Mütter oder Väter erfahren, dass sie HIV-positiv sind, fällt es ihnen oft schwer, darüber mit ihren Kindern zu sprechen. Viele Fragen gehen ihnen durch den Kopf, zum Beispiel: Kann ich meinem Kind das (schon) zumuten? Wie wird es reagieren? Wie kann ich mein Kind vor Diskriminierung schützen? Hinzu kommt häufig die Angst vor Ausgrenzung, zum Beispiel im Freundeskreis, in der Verwandtschaft, in der Schule oder im Kindergarten. Die Folge ist oft ein belastendes Versteckspiel.

Wie sage ich es meinem Kind?
Der Wunsch, mit dem Kind über die HIV-Infektion zu sprechen, kommt bei HIV-positiven Eltern oft schon sehr früh auf. Ob, wann und wie man mit der Tochter oder dem Sohn über eine Infektion reden sollte, dafür gibt es keine Patentrezepte, weil es dabei immer auf die individuelle Situation ankommt. So etwas wie den perfekten Zeitpunkt gibt es dafür wahrscheinlich nicht. Erfahrungen zeigen, dass die meisten HIV-positiven Mütter und Väter ihre Kinder etwa ab dem zwölften Lebensjahr informieren. Manche tun das wesentlich früher, und einige erst dann, wenn ihre Söhne oder Töchter bereits erwachsen sind.

Partnerschaft und Kinderwunsch
Auch bezüglich der Mutter-Kind-Übertragung und damit der Familienplanung hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Menschen mit HIV können heute gesunde Kinder haben. Eine Ansteckung der Partnerin oder des Partners bei der Zeugung oder eine Übertragung des Virus während der Schwangerschaft auf das Baby sind äußerst unwahrscheinlich, wenn im Blut des HIV-Positiven aufgrund einer gut funktionierenden HIV-Therapie dauerhaft kein HIV mehr nachweisbar ist. Liegt die Viruslast der Mutter stabil unter der Nachweisgrenze, kann das Baby bei intensiver Betreuung durch HIV-Spezialisten auch durch eine natürliche Geburt zur Welt kommen; diese Möglichkeit wird allerdings bisher nur von wenigen Krankenhäusern angeboten. Werden alle Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des Kindes sachgerecht durchgeführt, liegt das Risiko einer Übertragung bei unter einem Prozent.

Partnerschaft und Sex
Eine HIV-Infektion stellt das Zusammenleben in einer Partnerschaft vor Herausforderungen. Manchmal zerbrechen Beziehungen daran, aber viele Paare kriegen sie mit der Zeit auch gut in den Griff. Liegt die Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze und liegen keine anderen sexuell übertragbaren Infektionen vor, schützen die HIV-Medikamente genauso zuverlässig wie Kondome. HIV-Negative sollten immer bedenken: Bei flüchtigen sexuellen Kontakten kann man sich nie sicher sein, dass diese Bedingungen wirklich zutreffen. Hier sind nach wie vor Kondome der beste Schutz!

Welche Meinung habt ihr zu diesem Thema?

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