Lebenssituationen

Die Botschafterinnen und Botschafter repräsentieren ein breites Spektrum der Gesellschaft. Jede und jeder Einzelne von ihnen steht für einen besonderen Aspekt des Lebens mit HIV. Sie berichten schwerpunktmäßig über ihre Familien, Freundinnen und Freunde, über HIV und die Behandlung, über ihre Erfahrungen in der Arbeitswelt, ihr freiwilliges Engagement, über Ausgrenzung, aber auch über Solidarität und tatkräftige Unterstützung.

Themen

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HIV und Arbeit
Zwei Drittel der ca. 70.000 Menschen mit HIV in Deutschland arbeiten. Die wenigsten davon outen sich am Arbeitsplatz. Denn obwohl im Job kein Infektionsrisiko besteht, werden HIV-Positive immer noch diskriminiert und gemobbt. Grundlos droht ihnen der „Karriereknick“ oder gar eine Kündigung. Nichts davon müssen Betroffene tatenlos hinnehmen, denn HIV ist kein Kündigungsgrund. Die meisten HIV-Positiven möchten weiter arbeiten und die gleichen Chancen auf beruflichen Erfolg erhalten, wie andere Menschen auch.

HIV und Einschränkungen
Es gibt mittlerweile mehr als 20 Medikamente gegen die Vermehrung von HIV. Die Infektion gilt als behandelbare, wenn auch nicht heilbare, chronische Krankheit. Wer rechtzeitig mit der täglichen, konsequenten Einnahme der Medikamente beginnt, hat Chancen auf eine annähernd normale Lebens¬erwartung. Doch die Medikamente haben teils schwere Nebenwirkungen zur Folge, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Wenn Betroffene dann die Erwartungen des sozialen und beruflichen Umfelds nicht mehr erfüllen können, drohen ihnen Arbeitslosigkeit, Armut und gesellschaftliche Isolation.

HIV und Freundschaft
Die HIV-Infektion und Aids sind immer noch mit Tabus verbunden. Wer HIV hat, traut sich oft nicht, mit anderen über seine Infektion, Bedürfnisse und Gefühle zu sprechen. Das gilt besonders für junge Menschen, die sich ihr Leben erst aufbauen und deren Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein noch fragil ist. Sie brauchen Unterstützung und Hilfe aus dem sozialen Umfeld, von Freundinnen und Freunden. Nur so können sie sich immer noch und in erster Linie als Mensch fühlen – und nicht nur als Träger einer Infektion.

HIV und Familie
Menschen mit HIV können heute gesunde Kinder haben. Eine Ansteckung der Partnerin oder des Partners bei der Zeugung ist äußerst unwahrscheinlich, wenn im Blut des HIV-Positiven aufgrund einer gut funktionierenden HIV-Therapie dauerhaft kein HIV mehr nachweisbar ist. Wenn Eltern erfahren, dass sie HIV-positiv sind, fällt es ihnen meist schwer, mit ihren Kindern darüber zu sprechen. Sie fürchten Ausgrenzung im Freundeskreis, in der Verwandtschaft, der Schule oder im Kindergarten. Doch ein offener Umgang mit dem Thema HIV/Aids führt oft zu Verständnis und Unterstützung aus dem sozialen Umfeld.

HIV und Aktiv sein / Ehrenamt
Freiwilliges Engagement ist für die HIV-Prävention lebenswichtig. Wer sich engagieren will, hat viele Möglichkeiten: Infotage, Projektwochen oder Filmabende zum Thema in Schulen oder Jugendgruppen organisieren, AIDS-Hilfen oder Präventionsprojekte unterstützen, Aktionen auf Facebook oder in anderen Netzwerken starten. Den Umfang des Engagements kann jede und jeder an die eigenen Möglichkeiten anpassen – die Spanne reicht vom einmaligen Einsatz bis hin zu einer längerfristigen Mitarbeit wie beispielsweise als Berater oder Begleiter von Menschen mit HIV.