Henning: „Ich will allen auf einmal sagen, dass ich positiv bin!“

Dass er nicht an AIDS sterben wird, musste Henning erst lernen. Heute möchte der 32-jährige Berliner es der ganzen Welt auf einmal sagen. Seine Botschaft: „Ich lebe mein Leben – HIV ändert daran nichts.“ 

Als Henning im Jahr 2013 erfuhr, dass er sich kurz zuvor mit HIV infiziert hatte, brach eine Welt zusammen. Er hatte noch die alten katastrophalen Bilder von AIDS im Kopf, dachte, sein Leben wäre gelaufen.

Der Schock saß tief: „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet“, sagte Henning, „das musste ich erst mal verarbeiten.“  

Das gelang ihm schnell. Er erfuhr, dass man mit HIV leben kann wie andere Menschen auch. Unsere Kampagne #positivzusammenleben gab ihm 2016 die Kraft, immer mehr Menschen von seiner Diagnose zu erzählen. 

Doch jetzt belastete ihn, dass immer wieder andere glaubten, er müsse bald sterben. Ständig musste er erklären, dass man mit HIV heute eine fast normale Lebenserwartung hat. Dass er ständig nach seiner Gesundheit gefragt wurde, begann ihn zu nerven.

Deshalb fällt es dem 32-Jährigen bis heute schwer, anderen von seiner HIV-Infektion zu erzählen. Die Lösung: Unsere Plakatkampagne #positivzusammenleben. „So erfahren es alle auf einmal“, sagt Henning und grinst verschmitzt. 

Seine Botschaft an die ganze Welt: „Mit HIV kann ich alt werden!“

Mit ihm auf dem Plakat ist übrigens seine beste Freundin Pia zu sehen. Sie war die erste, der er von seinem positiven HIV-Test erzählte.

Wir sagen danke und finden: So geht #positivzusammenleben!

Informationen zur HIV-Therapie

Seit 1996 gibt es hochwirksame Behandlungsmöglichkeiten gegen HIV: Mehrere Medikamente werden zusammen eingesetzt, sodass sich die Viren im Körper nicht mehr vermehren können.

Wenn eine HIV-Infektion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, kommt es nicht mehr zur lebensbedrohlichen Krankheit AIDS – man kann dauerhaft mit HIV leben.

Außerdem sind bei einer wirksamen Therapie nur noch so wenige Viren im Körper, dass HIV selbst beim Sex ohne Kondom nicht übertragen wird.

Mittlerweile stehen mehr als 30 Substanzen zur Verfügung. Die HIV-Therapie ist dabei immer einfacher, effektiver und verträglicher geworden: Oft reicht eine Pille pro Tag, die eine komplette Medikamentenkombination enthält. Die meisten HIV- Patientinnen und -Patienten spüren keine oder nur leichte Nebenwirkungen. Die Therapie beeinträchtigt ihr Alltagsleben also kaum.

Trotzdem bleibt die HIV-Infektion eine gewisse Belastung für den Organismus, unter anderem, weil sie eine chronische Entzündungsreaktion im Körper hervorruft. So steigt beispielsweise das Risiko einiger Tumorerkrankungen. Auch die Medikamente können den Körper auf Dauer schädigen, etwa indem sie die Nieren belasten oder die Cholesterinwerte erhöhen. Folgeschäden lassen sich durch gute ärztliche Betreuung und rechtzeitigen Wechsel zu anderen Präparaten aber in der Regel vermeiden.