Lillian: „Ich möchte die Unterstützung weitergeben, die ich bekommen habe!“

Lillian stammt aus Uganda. Menschen mit HIV werden dort noch immer heftig ausgegrenzt. Als sie schwer krank in Deutschland ankam, hat Lillian viel Unterstützung bekommen, die sie nun weitergeben möchte. Doch auch hierzulande ist noch viel zu tun.

Im Jahr 2000 kommt Lillian aus Uganda nach Deutschland. Als sie in Halberstadt ihren Asylantrag gestellt hat, kann sie plötzlich nicht mehr atmen. Im Krankenhaus die Diagnose: eine viel zu lange unbehandelte HIV-Infektion. Lillian ist dem Tode nah.

Lillian erhält sofort die notwendige Therapie und alle Unterstützung, die sie braucht. Eine Sozialarbeiterin sorgt dafür, dass sie gegen den Rat einiger Ärzte ihre Tochter zur Welt bringen kann: Sie begleitet Lillian zu medizinischen Fachleuten in Berlin.

Damals stand alles auf der Kippe. „Aber  tief in mir drin habe ich gedacht: ,Du lebst weiter‘“, sagt die 47-Jährige im Interview. Wer sie heute trifft, merkt sofort: Sie ist stark und unbeirrbar. Als gläubige Christin hat sie Gottvertrauen, ist zugleich ganz eins mit sich. Was sie sagt, meint sie ernst, auch wenn sie viel dabei lächelt. Eine beeindruckende Frau.

Heute geht es Lillian gesundheitlich gut. Ihre Tochter ist 15 Jahre alt und HIV-negativ. Lillian hat inzwischen geheiratet. Ihr Mann stammt aus Deutschland, ist selbst HIV-positiv und wie Lillian in der Selbsthilfe aktiv. Die Familie lebt in Saarbrücken. Hauptberuflich arbeitet Lillian als Assistentin der Geschäftsführung in einem Zentrum für Migrantinnen und Migranten. 

Zuerst hat sie dort nur bei Übersetzungen geholfen, wurde aber schnell zur wichtigen Ansprechpartnerin für andere Menschen, weil sie so offen mit ihrer HIV-Infektion umgeht. In Uganda hat sie heftige Diskriminierung von Menschen mit HIV erlebt: „Wenn du HIV hast, schließen Familie und Freunde dich sofort aus.“

Nun hat sie ihre eigene Familie, ihren Freundeskreis und ist für andere da. Sie ist dankbar für alles, was sie bekommen hat, möchte nun anderen helfen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie sie es war. 

„Ich habe selbst so viel Unterstützung bekommen. Die möchte ich nun weitergeben an alle, die noch Probleme haben“, sagt Lillian.

„Gegen HIV hilft Solidarität!“ – Man spürt, dass diese Botschaft bei Lillian von Herzen kommt.

 

Informationen zur HIV-Therapie

Seit 1996 gibt es hochwirksame Behandlungsmöglichkeiten gegen HIV: Mehrere Medikamente werden zusammen eingesetzt, sodass sich die Viren im Körper nicht mehr vermehren können.

Wenn eine HIV-Infektion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, kommt es nicht mehr zur lebensbedrohlichen Krankheit AIDS – man kann dauerhaft mit HIV leben.

Außerdem sind bei einer wirksamen Therapie nur noch so wenige Viren im Körper, dass HIV selbst beim Sex ohne Kondom nicht übertragen wird.

Mittlerweile stehen mehr als 30 Substanzen zur Verfügung. Die HIV-Therapie ist dabei immer einfacher, effektiver und verträglicher geworden: Oft reicht eine Pille pro Tag, die eine komplette Medikamentenkombination enthält. Die meisten HIV- Patientinnen und -Patienten spüren keine oder nur leichte Nebenwirkungen. Die Therapie beeinträchtigt ihr Alltagsleben also kaum.

Trotzdem bleibt die HIV-Infektion eine gewisse Belastung für den Organismus, unter anderem, weil sie eine chronische Entzündungsreaktion im Körper hervorruft. So steigt beispielsweise das Risiko einiger Tumorerkrankungen. Auch die Medikamente können den Körper auf Dauer schädigen, etwa indem sie die Nieren belasten oder die Cholesterinwerte erhöhen. Folgeschäden lassen sich durch gute ärztliche Betreuung und rechtzeitigen Wechsel zu anderen Präparaten aber in der Regel vermeiden.