Stell dir vor, du hilfst, wo niemand mit dir rechnet.
Ob am Totenbett oder auf dem CSD: Schwester Hannelore und Schwester Juvenalis stehen Menschen bei, wenn‘s drauf ankommt!
Ob am Totenbett oder auf dem CSD: Schwester Hannelore und Schwester Juvenalis stehen Menschen bei, wenn‘s drauf ankommt!
Zwei katholische Nonnen helfen sterbenden Aidskranken – und werden dabei zu Verbündeten der queeren Community. Das ist die Geschichte der Franziskanerinnen Schwester Hannelore (66) und Schwester Juvenalis (89).
In den 90er-Jahren kamen sie nach Berlin, weil Aids hier besonders schlimm wütete. Ihr Vorbild: der Heilige Franziskus. Der hatte sich im 13. Jahrhundert um Leprakranke gekümmert, die als „Aussätzige“ vor die Tore der Stadt verbannt wurden.
„Als Krankenschwester begegnete ich dann einem schwulen Aidskranken, von dem seine Familie nichts mehr wissen wollte“, berichtet Schwester Juvenalis.
„Da wussten wir, wo unser Platz war“, fügt Schwester Hannelore hinzu, „an der Seite der Kranken, die in unserer Zeit ausgegrenzt wurden!“
In Berlin waren die beiden als Nonnen nicht gleich willkommen. Denn die katholische Kirche als Organisation war homophob, es gab Äußerungen wie „Aids ist eine Strafe Gottes.“
Doch durch ihre bedingungslose Nächstenliebe und Akzeptanz gewannen die Schwestern bald die Herzen der Berliner Community.
In diesem Jahr waren sie zum ersten Mal beim Berliner CSD.
„Wenn Minderheiten wie queere Menschen angefeindet werden, ist klar, auf welcher Seite wir stehen“, sagt Schwester Hannelore. „Dann wollen wir auch Farbe bekennen!“