Stell dir vor, du kämpfst für jede Tablette.

Mangel an HIV-Medikamenten, eine ultrakonservative Regierung und ein Erdbeben: Cami engagiert sich unter schwierigsten Umständen.

Cami kämpft gegen HIV mit vielen Mitteln: als Video-Künstler. Als Mitglied eines queeren „Ballroom“-Kollektivs, wo sie sich Gedanken über Prävention machen. Und mit deutschen Verbündeten sammelt Cami Geld für Medikamente.

In Kolumbien ist die Lage für HIV-positive Menschen dramatisch: Die Medikamente sind knapp und oft nicht zeitgemäß. Bei Nebenwirkungen gibt es keine Alternativen. 

Viele Menschen sind aus Venezuela nach Kolumbien geflohen. Wenn sie keine Aufenthaltspapiere haben, bekämen sie überhaupt keine Medikamente, berichtet Cami, der aus der kolumbianischen Stadt Ibagué stammt.

Dann kam im August auch noch ein großes Erdbeben hinzu. Viele Menschen wurden obdachlos.

Die politische Lage hat sich ebenfalls verschärft: Die ultrakonservative Regierung propagiert ausschließlich ein „klassisches Familienbild.“

„Minderheiten wie Migrant*innen, queere und Drogen-konsumierende Menschen und Sexarbeiter*innen haben von der Politik nichts zu erwarten als noch mehr Probleme“, sagt Cami. 

Cami (36), selbst HIV-positiv, wollte diese Situation nicht hinnehmen: Mit einem Künstlerkollektiv hat er Performances und Videokunstprojekte über die Situation von Menschen mit HIV gemacht, die international Beachtung finden. 

Doch aktuell geht es auch darum, Therapielücken zu schließen und Menschen in akuter Not ganz konkret zu unterstützen. Darum sammelt Cami gemeinsam mit deutschen Aktivist*innen Geld.

„Wie viele Menschen gerade sind wir verzweifelt und wütend. Aber wir können ja nicht einfach abwarten, sondern müssen weiterleben und weiterkämpfen!“